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Danish String Quartet | Prism II – Bach – Schnittke – Beethoven

Beethovens späte Quartette sind tief in der Tradition verwurzelt – und weisen zugleich weit in die Zukunft. Diese Verbindungen nachzuzeichnen, hat sich das Danish String Quartet als Ziel seiner Reihe „Prism“ vorgenommen. Das wird in der zweiten Folge noch schlüssiger erreicht als in der ersten.

Bachs h-Moll-Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier erklingt zu Beginn als exemplarisches Vorbild für das lineare Denken des späten Beethoven; im dritten Streichquartett von Alfred Schnittke zitiert und verfremdet der Komponist das Thema der Großen Fuge, mit der Beethoven die ursprüngliche Version seines B-Dur-Quartetts op. 130 beendet.
Schon hier, bei Schnittke, demons­triert das Danish String Quartet die von ihm bekannte Flexibilität im Klang, mit einer Palette von vibratolos-fahlen Farben bis zur brutalen Attacke.
Diese Bandbreite macht sich das Ensemble auch im besagten B-Dur-Quartett von Beethoven zunutze, findet aber insgesamt einen weicheren Zugang als man gewohnt ist. Nicht, weil etwa die schroffen Konturen geglättet würden; die Große Fuge wirkt genau so schroff, kontrastreich und beklemmend dicht, wie es der Notentext verlangt.
Doch die lyrischen Momente der Musik treten stärker in den Vordergrund – schon im ersten Satz, dessen weit ausgreifende Linien die Streicher romantisch aussingen. Aber eben auch im dritten Satz, der hier viel weniger burschikos klingt als sonst, und im Alla danza tedesca, dessen engräumige Crescendobögen das Danish String Quartet sehr dezent ausformt. Die wunderbar innige Cavatina ist schließlich der Höhepunkt einer teilweise geradezu zärtlichen Interpretation. Für den warmherzigen Gesamteindruck dürfte nicht zuletzt auch die auffällige Präsenz der Bratschenstimme verantwortlich sein.

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